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Re: [luga] Review: Debian/testing + Acer Iconia W500-Tablet = Effizienz



hallo Liste, hallo Zacharias,

dank deiner positiver Review habe ich mir jetzt auch so ein Teil zugelegt. Ich 
muss sagen, schon die originale Windoof-Installation ist recht bestaunenswert, 
aber ja doch nur Windows. Da ich ein openSuSE Fan bin, habe ich vor mir eine 
solche Distro drauf zu spielen und hab im Netz einige Sachen für Tablett-PCs 
gefunden, wie Meego, smegool, plasma-active and so on.

Ich werde da etwas herumexperimentieren aber hauptsächlich tät ich gerne 
wissen, welche Treiber bzw. Apps für die Tab-spezivischen Anforderungen zu 
nehmen sind. Ich wäre recht dankbar für eine kurze Auflistung deiner 
Erfahrungen - z.B. was geht gar nicht :-) beim Aufsetzen.

thanks für den HW-Tipp
und Danke im Voraus für Liste bzw. geplantes HOWTO

Ludwig

 
Am Sonntag, 28. August 2011, 19:00:41 schrieb Zacharias:
> Hallo Liste,
> 
> ich habe mir unlängst ein Acer-Iconia-W500 inklusive Dock zugelegt, und
> – zu kämpfen gehabt. Installer, die die Tastatur nicht erkennen,
> Klicki-Bunti-Linux-Distributionen, die sich als nur bedingt brauchbar
> erweisen, und schließlich – nachdem ich endlich ein Debian draufbringe –
> die Kämpfe mit dem Radeon-Chip, der mich dauernd aus dem System
> aussperrt… Nun, letzten Endes hat es sich ausgezahlt, und ich singe
> Haleluj-A! (B und C gibt's nicht im Handbuch.)
> 
> Die Hardware des Geräts ist nämlich verdammt gut, wenn auch nicht bis
> ins Detail perfekt, doch es geht mir hier nicht um die Hardware,
> diesbezüglich sind die diversen Tech-Reviewer die bessere Anlaufstelle.
> 
> Ursprünglich war nämlich Windows 7 oben, und ich habe kein
> grundsätzliches Problem damit, es auch zu verwenden, nur – und da sind
> sich auch die Reviews, die ich gelesen habe, alle einig – ist das
> einfach zuviel für den C-50-Prozessor, AMDs Antwort auf Intels Atom: Man
> drückt irgendwo drauf, und kann vom Gefühl her fast einen Kaffee holen
> gehen, bis die Antwort auf den Tastendruck auf dem Bildschirm erscheint…
> mit anderen Worten: unbrauchbar. Und dass von einer 32GB-Festplatte
> alleine 12 vom System in Anspruch genommen werden, ist auch nicht schön.
> 
> Meine derzeitige Installation benötigt nun, abzüglich meiner eigenen
> User-Daten und dem Archiv in /var/cache/apt/archives/, ganze 3,3 (in
> Worten: drei komma drei!) Gigabyte, trotz diverser installierter
> Software-Suites, und wenn ich auf einen Menü-Knopf drücke, erscheint das
> Menü *sofort*.
> 
> 3D-Graphikbeschleunigung, Bildschirmdrehen, Bildschirmtastatur, Sound,
> Webcams,… war teilweise ein bisserl eine Bastelei, funktioniert letzten
> Endes aber ganz wunderbar, und da ich nicht Sklave einer bestimmten
> Oberfläche bin, wie es die Leute sind, die mit Fensterln oder Apferln
> arbeiten, kann ich die Maschine an /meine/ Arbeitsweise anpassen.
> 
> Ja, auch die von mir verwendete Oberfläche xfce4 ist nicht für Tablets
> optimiert, und auch die verwendeten Applikationen nicht unbedingt, aber
> hier hat sich kurioserweise ausgerechnet der auf dem Tablet als
> Hardwaretaste verbaute Windows-Knopf als segensreich erwiesen, weil ich
> ihn per xmodmap zur Escape-Taste umdefiniert habe, ich kann also getrost
> den Acrobat-Reader im Vollbild-Modus laufen lassen, weil ich diesen dann
> ja jetzt auch ohne angehängter externer Tastatur per Escape verlassen
> und nachher ganz normal weiterarbeiten kann.
> 
> Der Bildschirm, Auflösung 1280x800, eignet sich im Hochformat-Modus
> perfekt zum Lesen von A4-PDFs, (auch wenn diese von gescannten Skripten
> herstammen!), und ich habe bereits ausprobiert, in einem nur mäßig
> belichteten Raum mit der eingebauten 1,3er-Webcam das Whiteboard zu
> fotographieren – nicht das Gelbe vom Ei, aber lesbar, und sobald ich
> einen Stift für kapazitative Touchscreens habe, werde ich auch einmal
> ausprobieren, wie sich das Tablet als Notizblock-Ersatz eignet. Erste
> Versuche mit dem Finger sind durchaus vielversprechend, denn im
> Gegensatz zu PDAs hat das Tablet erst einmal merkbar mehr Rechenleistung
> im Gehäuse, und vor allem eine Auflösung, die sinnvolles Arbeiten
> ermöglicht.
> 
> Auch 3D-Spiele und Videos funktionieren dank des in der CPU integrierten
> Radeon 6250 mit dem proprietären Treiber von AMD einwandfrei, falls man
> einmal *nicht* sinnvoll arbeiten möchte ;-) und es hat durchaus Charme,
> das Tablet auf den Tisch zu legen und mit jemandem Schach zu spielen.
> 
> Mit anderen Worten: Wer vor hat, sich ein Tablet zuzulegen: Das W500
> bringt's. Hier spielt Linux absolut seine Stärken aus, nämlich
> Anpassbarkeit an eigene Bedürfnisse, hohe Arbeitsgeschwindigkeit bei
> gleichzeitig niedrigem Ressourcenverbrauch, und Probleme mit WLAN und
> dergleichen gehören nurmehr der Vergangenheit an. Der Nachteil ist
> allerdings, ganz ohne Basteln geht es nicht, Leuten ohne Vorkenntnissen
> würde ich momentan noch vom „Abenteuer Tablet“ abraten, denn bei den
> „cutting edge“-Distributionen habe ich meine blauen Wunder erlebt. So
> hat Fedora zwar den Bildschirm drehen können, aber den Zeiger vom
> Touchscreen nicht mitgedreht, und der Blödheiten mehr.
> 
> Ich habe bis jetzt übrigens keine Installations-Anleitung für dieses
> Tablet explizit für Debian gefunden, ich werde, wenn es meine Zeit
> zulässt, eine solche erarbeiten und auf meine Webseite stellen, aber
> grundsätzlich gilt: grünes Licht für Debian auf dem Acer Iconia W500.
> Die Hardware ist zwar nicht ganz ohne konzeptionelle Fehler, so ist das
> Ding in seinem Dock so dermaßen kopflastig, dass man es nur auf eine
> flache und ebene Oberfläche stellen kann, sonst kippt es vornüber, also
> nix mit Arbeiten auf den Knien, und der Anstellwinkel des Docks ist
> ebenfalls fix, aber der Bildschirm lässt sich sogar bei Sonnenlicht (!)
> noch lesen, ist sehr blickwinkelfest, und mindestens vier Stunden hält
> der Akku bei Normalbetrieb ohne Weiteres durch. Und abgesehen mit den
> leidigen Problemen bei der Installation (nicht jeder Installer „sieht“
> die Tastatur, und der Radeon-Chip hat die Tendenz, einen aus dem System
> auszusperren, man muss ihn also zähmen) hat Debian/testing keine
> Probleme mit der Hardware, außer dem eigenartigen USB/Ethernet-Adapter
> des Docks, hat Debian alles erkannt, was mir aber wurscht war, weil der
> Router meines ISPs natürlich einen USB-Port hat, und das hat wieder
> anstandslos geklappt.
> 
> Im Endeffekt hat man also, nach dem Ausbügeln der
> Anfangsschwierigkeiten, ein Tablet, das jede Windows-Konkurrenz putzt,
> und im Gegensatz zu den leidigen Android-Tablets sich auch für
> effektives Arbeiten und nicht nur für Spielerein eignet.
> 
> Ich hoffe, dieses „Review“ war interessant, ich werde schauen, dass ich
> es zum nächsten Clubabend mitbringe, es ist meiner Meinung nach für den
> Produktiv-Einsatz absolut geeignet, und nicht bzw. nicht nur ein
> Spielzeug oder Statussymbol, wie so viele andere „Gimmicks“, die man so
> sieht. Denn wenn man mit einem Gerät plötzlich schneller ist und
> effizienter arbeitet als mit „Papier & Bleistift“, dann hat das schon
> etwas zu bedeuten, und Linux+Tablet ist genau so eine Kombination.
> 
> beste Grüße,
> Zacharias,
> 
> PS: Linux-Variante: Debian/testing, 32bit (Kernel-Version 3.x), für
> weitere Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung




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