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Am Donnerstag 03 Dezember 2009 13:37:50 schrieb georg@w3x.org: > Hallo! > > Ich bräuchte einen Performance Vergleich verschiedenster > Virtualisierungstechniken (am liebsten mit ner schönen > Benchmark-Grafik), habe auch schon im Web gesucht - nur irgendwie nicht > so erfolgreich. > > Konkret würden mich jetzt mal Eure Erfahrungen interessieren, vor allem > wie groß die Performance-Einbußen sind wenn man statt Xen, KVM, etc. > sowas wie VMware Server 2 oder VirtualBox verwendet. Sind die letzteren > Ansätze massiv langsamer, oder ist der Unterschied jetzt nicht sooo > dramatisch für ein nicht so dramatisch anspruchsvolles Setup? Interessant, dass Du fragst, weil ich habe mich die letzten Wochen mit der Thematik beschäftigt. Es ist richtig, Grafiken gibt's im Netz kaum, oder sind überaltert. Hier meine Erfahrungen, wobei, bei mir beschränkt sich der Einsatz nur auf Server, nicht auf den Arbeitsplatz, keine Ahnung was Dein Anwendungsfall ist. Grundsätzlich kann man am Server grob 3 Parameter messen: 1) CPU 2) Festplatten - I/O 3) Netzwerk - I/O Die CPU scheint bei allen Lösungen nur wenig beeinflusst zu sein, die Verluste sind gering (< 5%). Bei Festplatten / Netzwerk I/O kann man grob sagen, dass alles, was paravirtualisiert ist in die Nähe des nativen Systems geht, alles andere so etwa 50% langsamer ist. (Zumindest gibt's da Messungen bei KVM). Nun zu den Einzellösungen: - VMWare: nicht getestet, da ich eher keine closed-source und proprietäre Lösung verwenden möchte. Da kenne ich nur die VMWare Workstation, die funktioniert recht o.k., ist deutlich langsamer als nativ und macht manchmal Probleme mit der Maus & Tastatur. - Xen: War wegen der hochperformanten Paravirtualisierung meine erste Wahl, aber nach längerem Gefummel bin ich draufgekommen, dass die immer noch 2.6.18 als Kernel verwenden - ein Witz, weil neue Hardware kann dann nicht verwendet werden. Eine Variante ist dann noch, OpenSUSE zu verwenden, weil die patchen auch neue Kernel, aber bei allen anderen Distributionen (Debian, Redhat usw.) steckt man mit 2.6.18 fest. - KVM: Somit bin ich bei KVM gelandet, die 1. Guest-Maschine war superschnell am Laufen, da bei Debian (Lenny) alles dabei ist, KVM sowieso bereits im Kernel ist und der Rest als Paket installierbar ist. Es gibt außerdem (bei Debian Lenny) bereits die paravirtualisierten virtio Treiber für Netz & Platten, womit alles deutlich schneller läuft. (Sehr nahe an das native System). Das Problem ist die Dokumentation: Es ist nahezu nichts vorhanden, es gibt ein Online-Buch über QEMU, das aber nicht speziell auf den KVM zugeschnitten ist. Somit muss man sich Dinge, wie z.B. startup/shutdown Scripts für die Guest-System selbst stricken und oft für Dinge herumgooglen. Weiters gibt's mit dem VNC Probleme, z.B. funktioniert die AltGr Taste nicht, somit gibt's kein ~ und @. Zusätzlich gibt es leider noch das Problem, dass weder bei XEN, noch bei KVM Partitionen des Guest-Systems online resized werden können, was schade ist. In Bezug auf die Stabilität habe ich noch keine Erfahrungen. Insgesamt würde ich dem KVM die meiste Zukunft geben. Und ich würde darauf schauen, ob Disk + Netzwerk paravirtualisierbar ist. Liebe Grüße, Hermann -- hermann@qwer.tk GPG key ID: 299893C7 (on keyservers) FP: 0124 2584 8809 EF2A DBF9 4902 64B4 D16B 2998 93C7
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