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Re: [luga] NT vs. Linux



On Tue, May 26, 1998 at 09:52:52PM +0200, Peter Mueller wrote:
> 
> Peter J. Holzer wrote:
> 
> > Man muß kein besonderer NT-Freund sein, um aus den Daten abzulesen,
> > daß NT wesentlich besser ist:
>
> Naja, ich glaube das ist eher "Scheinperformance", wie auch
> in der Besprechung des Berichts angedeutet wird, durch die
> Scheduling-Strategien von NT hervorgerufen die einfach auf einen
> Desktop-Arbeitsplatz ausgelegt sind.

Mich brauchst Du nicht zu überzeugen, frag mich mal wieviele von
"meinen" Webservern unter Linux laufen und wieviele unter NT :-)

Aber ich finde es ziemlich schlecht, einen Performance-Vergleichstest
mit Statistiken zu untermauern, die die Aussagen im Artikel nicht
unterstützen.
Im Artikel steht, daß der Webserver unter Linux bei 16 MB RAM
funktioniert unter NT nicht - schön, wer stellt sich einen PentiumPro
mit 16MB hin? Daraus könnte man schließen, daß der Webserver vielleicht
bei 32 MB RAM schneller ist als unter NT - aber entsprechende Statistik
dazu gibt es keine.
Im Artikel steht, daß Linux besser skaliert - aber aus der Statistik
lese ich nur ab, daß NT unabhängig von der Anzahl der Clients eine
konstante Last bewältigt, während bei Linux eine geringere Anzahl
Clients keinen Vorteil aus der geringeren Last des Servers ziehen
können, und bei hoher Belastung ist der Throughput auch nicht wesentlich
höher. Wenn bei NT die Clients unfair behandelt werden (einer kriegt die
ganze Leistung, die anderen nichts) so geht das jedenfalls aus der
Statistik auch nicht hervor.
Ebenso steht nichts darüber drin, ob das System für andere Zwecke noch
einsetzbar ist, wie stabil das ganze ist, etc. Kurz und gut: Mit solchen
Artikeln macht man sich nur lächerlich und dient der Sache - bei allem
Enthusiasmus - überhaupt nicht. 

Abgesehen davon halte ich die Meßergebnisse aus zwei Gründen für
unsinnig:

1) Ein Pentium 200 schafft gerade 300 fork/wait pro Sekunde
(Testprogramm siehe
http://www.luga.or.at/mailing-lists/luga/msg00147.html). Nach den
Testergebnissen müßte ein PentiumPro 200 nicht nur 500 mal so schnell
sein, sondern darüber hinaus noch pro Request ein exec schaffen - und
zwar nicht von irgendeinem Programm sondern typischerweise von einem
Mordstrum Interpreter wie perl. 700000 Requests pro Sekunde entsprechen
meiner überschlägigen Rechnung nach ca. 280 MB/s (200 Bytes/Request in
jeder Richtung). Dafür bräuchte man mindestens 12
Full-Duplex-100baseT-Interfaces, der Server hatte aber nur zwei. Der
angegebene Traffic kann auch nicht stimmen: Der minimale HTTP-Request
lautet "GET / HTTP/1.0\r\n\r\n", das sind bereits 18 Zeichen. 18*700000
ist 12.6E6 also bereits das doppelte des angegebenen Traffics von 6E6
Bytes pro Sekunde. Und das sind sind erstens unrealistisch kleine
Requests (in der Praxis schickt jeder Client noch wesentlich mehr
Information mit, IIRC ca. 200 Bytes) und da sind keine Antworten
enthalten.

2) Wie ebenfalls bereits erwähnt, halte ich die Testsituation für
unrealistisch. Es gibt keinen Server der Welt auf den eine relativ
kleine Anzahl von Clients einen dauernden Strom von Requests über ein
schnelles Netzwerk losläßt. Die wirklich hart belasteten Server haben
viele Clients (tausende), die zumindest teilweise über langsame
Leitungen zugreifen.

	hp

-- 
   _  | Peter J. Holzer             | But now it's
|_|_) | Sysadmin WSR                | implementation-defined
| |   | hjp@wsr.ac.at               | whether it's undefined.
__/   | http://wsrx.wsr.ac.at/~hjp/ |     -- Clive Feather

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