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[luga] [e8903122@student.tuwien.ac.at: Re: [lll]: Linux bei ISPs]



Nachfolgendes Elaborat meines LLL-Lieblinsautors darf ich euch einfach nicht
vorenthalten.

lG - Michl

-----Forwarded message from Richard Kail <e8903122@student.tuwien.ac.at>-----
Hallo !

On Fri, 8 May 1998, Martin Baehr wrote:

> auch wenn ich dir zustimme, das ein 100% M$ frei keine bedingung f"ur
> gute ISP ist, so is trottel doch auch "ubertrieben.

	Ich bleibe beim Trottel. Selbst wenn es sich um einen reinen
Leitungsprovider handelt - die Kunden werden sich per DFUe Netzwerk bzw.
RAS auch dort anhaengen wollen - damit muss man das mal gesehen und
ausprobiert haben. 

> ja, aber wie stimmt es? das 49% der ISP NT verwenden hat keiner bestritten,
> aber wie verwenden sie es? 

	Und ? Jemand behauptet, das bei 49% der ISP's Enten verwendet
werden. Sofort heulen 2/3 der Linux Community wie die Woelfe unisono: "So
a bledsinn, so a Schweinerei". Wollen wir Ziff Davis Statistiken
Konkurrenz machen ? Wir haben doch immerhin nach den Enten den zweiten
Platz - alle anderen Unixe sind weit abgeschlagen. Was will man mehr ?

> ich will M$ nix b"oses antun, ich will einfach nur nix damit zutun haben
> m"ussn. erkl"ar uns doch warum NT so gut is. ich dachte die antwort is
> klar, NT is gut, weil es wie win95 is, und weil leute leicht umsteigen
> k"onnen, und weil das marketing von M$ gut is.

	Solche Erklaerungen sind einfach viel zu flach und fuehren daher
auch nicht zum Ziel (=M$ aus dem Spiel zu draengen). Ich gebe Dir nur mal
ein ganz einfaches Beispiel:

	Ich betreue ein paar Firmen, wo _echte_ DAU's sitzen. DAU ist
vielleicht das falsche Wort, die Leute dort sind einfach nur EDV-technisch
unglaublich naiv. Ich habe sehr sehr lange gezoegert dort Windows 3.xx
gegen Windows NT zu ersetzen, weil ich befuerchtet habe, das die Leute mit
dem Interface ueberhaupt nicht zurecht kommen.

	So, irgendwann habe ich dann mal einem etwas versierterem User
testweise eine Ente hingestellt und geschaut was passiert. Einen Tag, nach
dem ich die Ente dort aufgestellt habe hat sich aus meiner Sicht ein
organisatorisches Desaster abgespielt: Wegen einer interen Revision wurde
eine Schreibkraft, die ich als absolut ahnungslos klassifiziere
kurzfristig ihres Schreibtischs & PC's beraubt (weil dort der Pruefer
gesessen ist) und die Dame ist vor der eben neu aufgestellten Ente
gelandet. Sie hat mich angerufen und gefragt, ob sie diesen PC verwenden
kann um ihre Briefe zu schreiben. Vor meinem geistigen Auge haben sich
bereits umfangreiche Dramen und Nervenzusammenbrueche diverser Mitarbeiter
abgespielt. Ich habe ihr erklaert, wie sie sich einloggt und ihr ca. 5 
Minuten die wesentlichen Punkte erklaert (wie startet man Winword, etc.). 

	Nach einer Stunde habe ich dann wieder angerufen, weil ich etwas
unruhig war - ich hatte damit gerechnet, das sie mich spaetestens
nach 15 Minuten verwirrt und entnerft anruft und ueberhaupt nicht
zurecht kommt. Konklusio: Sie hatte ueberhaupt kein Problem, mit dem
System zu arbeiten. Sie hat gemeint: "Irgendwie komme ich damit besser
zurecht wie mit den Windows 3.xx Sachen" und "Es schaut zwar alles ganz
anderst aus, aber es ist alles irgendwie total logisch" und "Ich verwende
Funktionen von Winword und von Excel, die ich bei den aelteren Versionen
nie verwendet habe".

	Im Prinzip habe ich mit anderen Usern das selbe erlebt. Ich war
ziemlich erstaunt und habe die ganze Situation genau analysiert und meine
Meinungen ueber Microsoft Konstruktionen doch etwas geaendert. Es besteht
fuer mich kein Zweifel, das:

	- M$ Produkte sehr oft qualitativ sehr schlecht ausgefuehrt sind,
	- M$ Marketing unglaublich nervig und unfair ist,
	- M$ ihre Monopolstellung auf unfaire Weise weidlich ausnuetzen,
	- M$ Loesungen aus technischer Sicht oft totaler Schrott sind,
	- M$ sehr viel Bloedsinn erzaehlt.

Genauso wenig kann ich aber heute hier und jetzt anzweifeln, das

	- M$ sehr viel Gehirnschmalz in das Mensch-Maschine Interface
gesteckt hat, das bei Windows 95 Style Applikationen zur Anwendung kommt

	- die Interface-Logik, Semanik und Syntax der Erscheinungsform der
neuen Produkte die Bedienung fuer technisch unbedarfte User wesentlich
erleichtert

	- die viel geschmaehten Assistenten von den Usern durchaus als
praktisch und angenehm empfunden werden und den Leuten die Moeglichkeit
geben, Funktionen zu benuetzen, die ihnen ohne bzw. vor den Assistenten
einfach zu komplex waren

	- diese komische Agent-Spielerei, die man z.B. von Office 97 kennt
und fuer Techniker unglaublich laestig ist fuer die User eine wirklich
wertvolle Unterstuetzung darstellt und von den Leuten auch gerne
angenommen wird. Die angebotenen Tips sind doch mit nicht so schlechter
Treffsicherheit zur Situation passend.

	- und zuletzt M$ mit ihrem absoluten Kompatibilitaetsdogma gerade
im kommerziellen Bereich wesentliche Probleme entschaerfen.


	Ich will mir keinen NT Server eintreten - aber auf dem User
Desktop sehe ich keine andere Chance. Wenn mir jetzt wer mit KDE, fvwm95-2
oder sonst irgendwas daher kommt, so hat er nicht verstanden, worum es
geht.

Servus,
	Richard

------
Richard Kail        e8903122@student.tuwien.ac.at


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Fragen und Probleme: mail an MajorDomo@radawana.cg.tuwien.ac.at 'help' im BODY
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-----End of forwarded message-----

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