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Re: [luga] Linux und UniCode



On Tue, Apr 07, 1998 at 07:04:35AM +0200, SEJKORA Martin wrote:
> In der aktuellen Computerwoche (Nr.15/6.4.1998) schreibt Hr. Edmund
> Lindau, dasz es KEIN Betriebssystem gaebe, das den Unicode (ISO-10646)
> unterstuetzt (EURO-Zeichen auf PC-Tastaturen).

Das Euro-Zeichen ist sicherlich das allergeringste Problem bei der
Unicode-Unterstützung. Die Probleme liegen vielmehr darin, daß Zeichen
mehr als 8 bit haben (je nach Kodierung alle gleich lang (2 bzw. 4 Byte)
oder unterschiedliche Länge UTF-7 bzw. UTF-8 mit 1 bis 6 Bytes/char),
und in der Darstellung (Mischen von von-links-nach-rechts und
von-rechts-nach-links Schriften ist lustig, und die arabische Schrift
mit ihren vielen Ligaturen ist auch kein Bröserl).

Soweit ich weiß, gibt es zumindest zwei Betriebssysteme, die Unicode
verwenden: Plan 9 und WinNT. 

> Ich kann nicht glauben, dasz diese Aussage auch auf Linux zutrifft.

Ich habe mich mal bemüht, herauszufinden, worin eigentlich der
Unicode-Support von Linux besteht. Außer daß im TTY-Treiber einmal alles
in Unicode umgewandelt wird und dann wieder zurück, habe ich nix
gefunden. In der glibc2 sollte auch brauchbarer Locale-Support dafür
vorhanden sein.

Um sagen zu können, "Linux unterstützt Unicode" braucht man meiner
Meinung nach mindestens:

* Einen halbwegs vollständigen Font oder eine Methode, verschiedene
  Fonts zu kombinieren.

* Einen Terminal-Emulator

* libc-Support

* Die wichtigsten Tools (Editor, grep, ls, awk, perl, ...) müssen
  Unicode verstehen.

Davon existiert meines Wissens bisher nur der libc-Support. Es gibt auch
einen Terminalemulator für die Console (SVGAlib-basiert), aber da die
meisten Leute X11 verwenden, bringts das nicht sehr. Wie es bei den
Tools ausschaut, weiß ich nicht. Der emacs kann's wahrscheinlich, der
vim nicht (aber er kann Kanji, also sollte sich das mit erträglichem 
Aufwand machen lassen), grep hängt von der libc ab (könnte also
funktionieren), ls geht fast sicher nicht, perl auch nicht (bei beiden
ist die 1 byte == 1 character Assumption drin -- bei ls ließe sich das
leicht beheben, bei perl müßte man wohl dann 90% aller perl-Scripts
umschreiben).

	hp

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