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Re: [luga] Diskussionsgrundlage



On Friday, 5 Sep 1997 15:1, Michael Demelbauer wrote:
> Hallo,
> 
> dieser - sehr subjektiv empfundene - Bericht ueber den gestrige Workshop soll
> die Zuhoerer vor allem ermutigen auch ihrerseits mit eventueller Kritik nicht
> hinter dem Berg zu halten. Ich sage hier nur meine Meinung.
> 
> lG - Michl
> ******************************************************************************
> 
> Workshop am 4.9.97:
> -------------------
> 
> Der Workshop war auch diesmal wieder ganz gut besucht (ca. 30 Leute).
> Allerdings sah ich fast nur Gesichter, die ich von frueheren Luga-Workshops
> schon kannte. Eine groessere Breitenwirkung fuer eine Sache wie Linux ist
> allerdings sehr schwer zu realisieren, da die Einstiegsbarriere bekanntermassen

Naja, wenn wir einen "Linux fur DOS/Win-Benutzer" Abend machen 
wollen, wird man
wohl zuerst ueber andere Themen sprechen muessen. Networking ist 
schon eher fuer
erfahrene Benutzer (wuerd ich sagen).

> hoch ist. Leider wird durch Veranstaltungen wie die gestrige diese Barriere
> nicht wirklich herabgesetzt, da es in der kurzen Zeit nicht moeglich ist, bei
> Neulingen ein wirkliches Verstaendnis fuer die behandelten Themen zu wecken.

Es war mehr eine Produktvorstellung (nur das wir nichts verkaufen 
:-). Das man
ueber jedes dieser Themen (und etliche andere) zumindest einen ganzen 
Abend reden
kann (oder muss -- siehe sendmail), versteht sich von selber.
Die Bezeichnung 'Workshop' ist vielleicht etwas irrefuehrend (wenn 
nicht falsch).

[...]
> Als naechstes stellte uns Guenther Leber das Unixfossil sendmail vor. Eine 
> hinreichende Darstellung des sendmail erfordert jedoch ziemlich sicher einige
> Tage. Trotzdem erfuhr man so manches Detail ueber die dem sendmail zu Grunde

Bei Sun gibt es einen Kurs ueber Solaris-Mail (die verwenden eine 
UraltVersion -
8.7.x glaub ich). Der geht ueber zumindest 4 Tage. Und danach ist man 
sicher
kein sendmail-Guru :-)

> liegende Makrosprache und auch sonst einige Interna. Der Vortrag dauerte ca.
> 1 Stunde und weckte die Sehnsucht nach mehr.
>
> Dann kamen Lukas Fetz und Sigi Herzog mit dem squid. Zunaechst hoerten wir
> einige allgemeine Dinge ueber Caching, die - zumindest mir - nicht bekannt
> waren. Danach folgte eine Aufzaehlung der wichtigsten Konfigurationsparameter.
> Auch hier reichte die Zeit nicht, um das ganze durch einige Beispiele mit etwas
> mehr Leben zu erfuellen. Leider wanderten waehrend dieses Vortrags einige
> Besucher ab. Vielleicht waren die enttaeuscht, dass es uns ganz generell nicht
> gelungen ist, das Troubleshootingpotential der Zuhoerer wesentlich zu erhoehen,
> weil wir zu viele Themen in einen einzigen Workshop gestopft haben.
> Ich wuerde es sehr begruessen, wenn sich diese Leute auf unserer Mailingliste
> zu Wort melden und ihre Gruende bekanntgeben wuerden.

Zu Troubleshooting: Gerade bei Netzwerken gibt es dermassen viele 
verschiedene
Quellen (und noch mehr Symptome, die oft nich eindeutig sind), das 
man sich viele
Probleme 'live' anscheuen muss, um die Ursache zu finden. (Und 
Ferndiagnosen sind
nur bei DAU - Problemen wirklich hilfreich --- meiner Erfahrung nach).

> Anschliessend zeigte Guenther Leber den fetchmail - ein recht gutes Tool, um 
> eine bei einem ISP liegende, eigene mailq zu verwalten. Da der Guenther jedoch
> diesmal die 20 Minuten-Marke halten wollte, wurde es ein ziemlicher
> Schnellschussvortrag. Meines Erachtens ist die Bedeutung einer kostensparenden
> Mailingloesung fuer den normalen Linuxbenutzer um einiges hoeher als es in
> dieser Zeitraffung zum Ausdruck kam.
> 
> Als letztes erzaehlte Bernd Petrovitsch etwas ueber den samba. Auch darueber
> haette man sich um einiges mehr verbreitern koennen, aber ich glaube, die 
> Tendenz der Zuhoerer war bereits: auf zum Buffet. Diesem Umstand hat der
> Bernd Rechnung getragen - noch kuerzer und buendiger kann man einen Vortrag
> nicht halten. Da ich den samba auch ein bissel kenne, erlaube ich mir
> anzumerken, dass trotzdem die allerwichtigsten Dinge zur Sprache gekommen sind.

Zugegeben: Allein das Vorlesen aller Options in `man 5 smb.conf` 
haette vermutlich
laenger als 20min gedauert (ohne Beschreibung).
Samba hat noch das spezielle Problem, das sich alle WindowsVersionen 
unterscheiden
(in ihrem SMB-Verhalten), sodass man nicht einmal ein 
Default-smb.conf so einfach
vorgeben kann. Noch dazu muss man ausprobieren, ob samba das tut, was 
man will, bzw.
entsprechend an den Parametern herumspielen -- besonders wenn man 
kein SMB Guru ist.

> Das Buffet selbst kann nicht so schlecht gewesen sein, da meine Broetchen sogar
> von einer Expertin (Angelika Fetz) gelobt worden sind.

Dem kann ich mich nur anschliessen.

> Fazit: Ich bin der Meinung, dass die Luga der Tatsache, dass weniger manchmal
> mehr sein kann, Rechnung tragen sollte. Der naechste Workshop behandelt leider
> wieder ein sehr weites Feld - in der Zukunft sollten wir aber kleinere,
> mundgerechtere Portionen wirklich gruendlich abhandeln, so dass ein jeder
> Zuhoerer mit der Ueberzeugung nach Hause geht, dass er jetzt persoenliche
> Probleme mit Linux loesen kann, die er vorher nicht loesen haette koennen.
> Diese Ueberzeugung hat das Happening - zumindest mir - diesmal nicht
> vermittelt.

Was der Abend (fuermich unbestreitbar) gebracht hat, ist ein gewisser 
Ueberblick
ueber die Programme (und wie sie zusammen arbeiten -- siehe pppd, 
diald, usw.).
Das ist die Information, die in keiner Man-Page steht (und sonst kaum 
einer Doku).
Wenn man ein konkretes Problem hat, muss man sich halt durch 
man-Pages und Doku
wuehlen (bei Windows gibt es ueblicherweise kaum Möglichkeiten, 
Fehler zu suchen
und zu beheben, da sucht man sich dann ein anderes Programm, das das 
gewuenschte
macht). Die "-v" Option gibt es bei den wenigsten Win-Programmen.

> Wir danken allen, die etwas gespendet haben. Durch den Spendentopf konnten
> unsere Kosten beinahe gedeckt werden.
> 
> Liebe Gruesse
> Michael Demelbauer
> -- 
>                            Michael P. Demelbauer
>           WSR (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Rechenzentrum)	
> 		       LUGA (Linux User Group Austria)
> 	  Wer hier in Washington nicht paranoid ist, der ist verrueckt.
> 		       (Henry Kissinger)

Ciao,
	Bernd

--
 Bernd Petrovitsch                  Institute of Computer Technology
 Gußhausstraße 25-29, A-1040 Vienna    Email: bernd@ict.tuwien.ac.at
 "...Unix, MS-DOS, and Windows NT (also known as the Good, the Bad, 
 and the Ugly)."                                     (By Matt Welsh)
 UNIX is user-friendly ... it's just selective about who its friends
 are !!                                 2 is the oddest prime number





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